Vor sechs Jahren flog ein riesiger Bank-Skandal in Mattersburg auf. Jetzt sind die meisten Gerichtsverfahren vorbei – hier bekommst du den Überblick.
Was ist passiert? Bei der Commerzialbank in Mattersburg im Burgenland wurde jahrelang betrogen: Geld wurde erfunden, Kredite wurden gefälscht, und viel Barg floss offenbar auch in den Fußballklub SV Mattersburg. Im Juli 2020 haben der damalige Bankchef Martin Pucher und seine Vorständin Franziska Klikovits das selbst bei der Polizei angezeigt. Die Bank war laut einem Gutachten schon seit 1999 eigentlich pleite, wurde aber künstlich am Leben gehalten. Viele Kundinnen und Kunden verloren Geld, der Fußballklub musste seine Bundesliga-Lizenz abgeben und unter einem neuen Namen neu anfangen.
Wer hilft? Die Justiz hat über sechs Jahre lang ermittelt. Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) hat mehrere Verurteilungen erreicht. Franziska Klikovits sitzt eine Haftstrafe von sechs Jahren und vier Monaten ab, zwei Unternehmer bekamen jeweils dreieinhalb Jahre Haft. Ein Verfahren gegen Pucher wurde eingestellt, weil er nach zwei Schlaganfällen gesundheitlich nicht in der Lage ist, vor Gericht zu stehen. Im burgenländischen Landtag wurde ein Untersuchungsausschuss eingesetzt, um die politische Verantwortung aufzuklären; der damalige Landesrat Christian Illedits (SPÖ) trat zurück.
