Ein Gericht in Spanien hat den Bruder von Ministerpräsident Pedro Sánchez schuldig gesprochen, weil eine Stelle im öffentlichen Dienst eigens für ihn geschaffen worden sein soll.
Was ist passiert? David Sánchez, der Bruder des spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez, wurde am Dienstag von einem Gericht in der Stadt Badajoz verurteilt. Es ging um den Vorwurf, dass eine Stelle im öffentlichen Dienst nur erfunden wurde, damit er sie bekommt. Das Gericht sagte, die Stelle war „weder dringend noch notwendig“ und diente privaten Interessen. Wegen Amtsmissbrauchs darf David Sánchez neun Jahre lang keine öffentlichen Ämter mehr bekleiden. Eine Haftstrafe hat er nicht bekommen, weil er in einem zweiten Vorwurf freigesprochen wurde.
Wer hilft? Die spanische Regierung hat sich hinter David Sánchez gestellt. Elma Saiz, Sprecherin der Regierung, sagte am Dienstag vor Journalisten: „Wir hoffen, dass eine höhere juristische Instanz die Unschuld von David Sánchez feststellen wird, von der wir überzeugt sind.“ Auch die Sozialisten werfen der konservativen Opposition und Teilen der Justiz vor, sie wollten mit solchen Verfahren die linke Regierung von Pedro Sánchez stürzen. David Sánchez selbst weist die Vorwürfe zurück und kann Berufung einlegen. So läuft das Verfahren weiter, bis am Ende ein endgültiges Urteil steht.
