Die Regierung will dem Bundeskriminalamt erlauben, bei Cyberangriffen direkt in die Systeme der Angreifer einzugreifen.
Was ist passiert? Stell dir vor, jemand greift mit tausenden gekaperten Geräten eine Webseite an, um sie lahmzulegen. Bisher durfte die Polizei solche Angriffe nur umleiten, also in harmlose Bereiche des Netzes lenken. Jetzt hat die Bundesregierung ein Gesetz beschlossen, das dem BKA mehr erlaubt: Es soll die Server und Geräte der Angreifer direkt lahmlegen oder manipulieren dürfen – auch wenn die im Ausland stehen. Innenminister Dobrindt nennt das 'aktive Cyberabwehr' und sagt, es sei kein Racheakt, sondern reine Gefahrenabwehr.
Wer hilft? Neben dem BKA bekommt auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) mehr Möglichkeiten, um schädlichen Datenverkehr umzuleiten. Gleichzeitig gibt es viele kritische Stimmen: IT-Verbände wie Eco und die Gesellschaft für Informatik warnen, dass solche Eingriffe oft Unbeteiligte treffen, weil Angreifer fremde Geräte missbrauchen. Sie fordern, lieber die Sicherheit von Systemen vorbeugend zu verbessern, statt zurückzuhacken. Auch Datenschützer und Bürgerrechtsgruppen sehen die neuen Befugnisse skeptisch.
