Vier Steinbrüche im Burgenland sind seit Monaten wegen Asbest geschlossen – jetzt wird untersucht, ob interne Gutachten zu früh an Umweltorganisationen weitergegeben wurden.

Was ist passiert? Im Burgenland sind vier Steinbrüche in Glashütten, Bernstein, Badersdorf und Pilgersdorf seit dem Jahreswechsel dicht. Der Grund: Es wurde Asbest gefunden, das ist ein gefährlicher Stoff, der die Lungen krank machen kann. Die Behörden haben die Steinbrüche damals sofort geschlossen, weil sie eine Gefahr für die Menschen in der Nähe gesehen haben. Jetzt haben die Betreiber der Steinbrüche Anzeige erstattet. Sie glauben, dass Gutachten – das sind wissenschaftliche Prüfberichte – zu früh an Umweltorganisationen weitergegeben wurden, noch bevor die Betreiber selbst lesen durften. Die Staatsanwaltschaft Eisenstadt ermittelt jetzt gegen Unbekannt, weil geheime Dokumente vielleicht nicht geheim genug behandelt wurden.

Wer hilft? Mehrere Stellen arbeiten daran, die Situation aufzuklären. Die Staatsanwaltschaft Eisenstadt hat das Landeskriminalamt Burgenland beauftragt, den Fall zu untersuchen. Das Land Burgenland hat eine eigene Taskforce gegründet, also ein Team aus Ärztinnen, Ärzten, Geologen und Behördenvertretern. Drei fachliche Gutachten wurden bereits in Auftrag gegeben und liegen den Behörden seit dem Frühsommer vor. Außerdem gibt es Treffen zwischen den Behörden und den Betreibern, zum Beispiel in den Bezirkshauptmannschaften Oberpullendorf und Oberwart. So soll eine Lösung gefunden werden, die alle Seiten berücksichtigt.