In der westungarischen Stadt Szombathely wird derzeit gefährlicher Asbest-Schotter aus dem Boden geholt, der jahrelang als Straßenbelag verwendet wurde.

Stell dir vor, du fährst jeden Tag über eine Straße, die eigentlich gefährlich ist. Genau das ist in der ungarischen Stadt Szombathely passiert. Dort wurde Schotter aus österreichischen Steinbrüchen verbaut, der mit Asbest verseucht war. Auf 22 Straßen mit insgesamt zwölf Kilometern Länge liegt dieser belastete Schotter. Die ungarische Regierung hat jetzt angeordnet, das Material zu entfernen – abgedeckt, damit keine Fasern in die Luft gelangen. Rund 84.000 Tonnen müssen laut Berechnungen abtransportiert werden. Allein im betroffenen Stadtteil Oladi-Plató leben etwa 1.500 Menschen, und insgesamt sollen mehr als 250 Gemeinden in Ungarn betroffen sein.

Zum Glück passiert gerade eine Menge. Die Regierung dokumentiert jeden Arbeitsschritt und alle Kosten, damit später klar ist, wer zahlen muss. Premier Péter Magyar hat deutlich gemacht: Wer den Dreck verursacht hat, soll auch dafür aufkommen. Er hat deshalb ein neues Gespräch mit dem österreichischen Bundeskanzler Christian Stocker angekündigt. Die vier Steinbrüche im Burgenland, aus denen das Material stammt, wurden bereits im Jänner behördlich geschlossen. Ungarn trägt die Kosten zunächst selbst vor und will sie später zurückholen – ein klassisches Beispiel für das Verursacherprinzip.