In Ungarn streiten sich Regierung und Präsident über die Verfassung – du erfährst hier, worum es geht.

Stell dir vor, dein Schuldirektor soll plötzlich gehen – das ungefähr passiert gerade in Ungarn. Das Parlament hat am Montag mit großer Mehrheit beschlossen, dass Präsident Tamás Sulyok sein Amt verlieren soll. Sulyok ist erst seit 2024 Präsident. Er gilt als enger Vertrauter des früheren Ministerpräsidenten Viktor Orbán, der im April 2026 abgewählt wurde. Jetzt regiert Péter Magyar mit seiner Tisza-Partei. Magyar sagt: Sulyok hat das alte System mitgetragen und ist eine Marionette von Orbán. Sulyok wehrt sich und will die Verfassungsänderung, die ihn aus dem Amt befördert, nicht unterschreiben. Er hat fünf Tage Zeit dafür. Wenn er nicht unterschreibt, droht ihm ein Amtsenthebungsverfahren.

Viele ungarische Wähler teilen Magyars Meinung: Eine Umfrage zeigt, dass 67 Prozent der Menschen wollen, dass Sulyok zurücktritt. Auch Amnesty International sagt, Sulyok hat ein Recht auf ein faires Verfahren.

Es gibt mehrere Leute und Institutionen, die in dem Streit eine wichtige Rolle spielen. Ministerpräsident Péter Magyar führt die neue Regierung und treibt die Reformen voran. Das Parlament hat die Verfassungsänderung mit der nötigen Zweidrittelmehrheit beschlossen. Parlamentspräsidentin Agnes Forsthoffer würde einspringen, falls Sulyok gehen muss. Das Verfassungsgericht könnte das Amtsenthebungsverfahren am Ende prüfen. Amnesty International beobachtet den Fall und fordert faire Abläufe. Verfassungsrechtler in Ungarn und im Ausland schauen genau hin, ob die Reform die Demokratie stärkt oder schwächt.