In Algerien haben die Menschen ein neues Parlament gewählt, doch viele sind unzufrieden.

Bei der Wahl am Donnerstag konnten mehr als 10.000 Menschen aus über 400 Listen auswählen, wer ins Parlament einziehen soll. 407 Sitze wurden vergeben. Klingt nach viel Auswahl, oder? Trotzdem hat der Wahlkampf nur wenig Leute wirklich interessiert. Bei der letzten Wahl vor fünf Jahren haben nur 23 von 100 Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben, ein Rekordtief.

Das Problem: Eine neue Regel im Wahlgesetz hat dafür gesorgt, dass Hunderte Bewerber gar nicht erst antreten durften, darunter auch Leute von der Protestbewegung Hirak, die schon 2019 den damaligen Präsidenten aus dem Amt gedrängt hatte. Manche Kritiker sagen, das sei eine politische Säuberung. Hasni Abidi, ein Politikwissenschaftler, meint: „Es gibt also Wahlen, doch die administrativen und politischen Bedingungen sind für die Opposition nicht gegeben, um eine transparente Wahl zu gewährleisten."