Forschende haben in einer riesigen Gaswolke in unserer Milchstraße einen besonderen Zucker entdeckt, der Hinweise darauf geben könnte, wie das Leben auf der Erde begann.
Stell dir eine riesige Wolke aus Gas und Staub vor, irgendwo in der Mitte unserer Galaxie. Genau dort, in der Wolke G+0.693–0.027, hat ein Team rund um Izaskun Jiménez-Serra vom Centro de Astrobiología in Spanien den Stoff Erythrulose gefunden. Das ist ein Zucker mit nur vier winzigen Kohlenstoff-Atomen. Solche Moleküle sind extrem klein, aber wichtig, weil sie zur großen Familie der Kohlenhydrate gehören. Kohlenhydrate sind Stoffe, die Lebewesen Energie liefern und auch in DNA und RNA stecken, also in den Bauanleitungen des Lebens. Erythrulose findest du übrigens auch in Himbeeren und in manchen Selbstbräunern.
Der Clou: Erythrulose hat 16 Atome, die chiral sind. Chiral bedeutet, dass sie wie deine linke und rechte Hand zueinander passen, also spiegelverkehrt. Das macht den Zucker zum größten chiralen Molekül, das je direkt im All entdeckt wurde. Bisher kannten Forschende im Weltraum nur kleinere Zucker-Vorstufen wie Glycolaldehyd. Dass nun ein so großer und zugleich spiegelbildlicher Zucker im All auftaucht, ist eine echte Überraschung.
