In Ankara haben zwei Politiker gleichzeitig Reden gehalten, weil ein Gericht den einen abgesetzt und den anderen eingesetzt hat – jetzt streiten sie darum, wer die größte Oppositionspartei der Türkei anführen darf.
Was ist passiert? Ein Gericht hat entschieden, dass die Wahl von Özgür Özel zum Chef der CHP-Partei nicht gültig war. Deshalb musste er seinen Posten abgeben. Das Gericht hat stattdessen seinen Vorgänger Kemal Kilicdaroglu vorläufig als Chef eingesetzt. Beide haben am Samstag gleichzeitig Reden vor ihren Anhängern gehalten – nur zehn Kilometer voneinander entfernt. Vor einer Woche hatte die Polizei sogar die Parteizentrale gestürmt und Özel mit Tränengas hinausgebracht.
Wer hilft? Özel hat Kilicdaroglu zu einer parteiinternen Wahl aufgerufen. Er will den Chefposten abgeben, wenn er weniger als 85 Prozent der Stimmen bekommt. Kilicdaroglu verspricht einen sauberen und transparenten Parteitag. Beide Seiten wollen also eine demokratische Lösung innerhalb der Partei finden, auch wenn sie sich gerade heftig streiten.
