Für die rund 2.100 Beschäftigten des Zalando-Lagers in Erfurt gibt es jetzt einen Sozialplan mit Abfindungen – eine Transfergesellschaft zur Jobvermittlung kommt aber nicht.

Was ist passiert? Zalando schließt sein großes Logistiklager in Erfurt Ende September. Für die aktuell noch rund 2.100 Beschäftigten wurde nach monatelangen Verhandlungen in einer sogenannten Einigungsstelle ein millionenschwerer Sozialplan unterschrieben. Vor allem Abfindungen sind darin geregelt. 80 Millionen Euro hat das Unternehmen dafür zurückgelegt.

Wer hilft? Der Betriebsrat hat die Verhandlungen für die Beschäftigten geführt und sagt, das Ergebnis sei „wirtschaftlich akzeptabel“. Er kritisiert aber, dass Zalando keine Transfergesellschaft eingerichtet hat – also keine eigene Einrichtung, die Beschäftigte beim Wechsel in neue Jobs unterstützt, mit Bewerbungstrainings, Weiterbildung oder längeren Übergangsfristen. Auch das Arbeitsgericht Erfurt war in den Prozess eingebunden, weil sich Management und Betriebsrat ohne Richter nicht einigen konnten.

Was kannst du tun? Wenn du selbst oder jemand in deiner Familie betroffen ist, lohnt sich ein früher Blick auf die Hilfen: Beratung bei der Agentur für Arbeit, Weiterbildungsangebote oder eine Transfergesellschaft, die Gewerkschaften und Politik in vergleichbaren Fällen oft durchsetzen. Auch der Betriebsrat vor Ort beantwortet Fragen direkt – abzuwarten, bis die Schließung im September greift, kostet Zeit.