Ein Ökonom hat eine Idee, wie man alte Häuser schneller sanieren könnte – ganz ohne neue Förderungen.
Die Bauwirtschaft in Österreich steckt in einer Krise. Nach der Pandemie und dem Ende der billigen Kredite sind die Aufträge deutlich zurückgegangen. Heuer hatten Bauunternehmen im ersten Quartal im Schnitt nur 15 Wochen Aufträge in den Büchern, im Rekordjahr 2022 waren es noch 20,6 Wochen. Der Ökonom Jan Kluge vom Thinktank Agenda Austria sagt: "Auf den ersten Blick sehen die Zahlen ziemlich düster aus."
Gleichzeitig gibt es in Österreich rund 1,7 Millionen Wohnungen mit schlechter Wärmedämmung. Pro Jahr werden nur etwa 1,5 Prozent des Bestandes saniert. Um bis 2040 klimaneutral zu werden, müsste sich diese Rate laut Kluge verdoppeln. Er schlägt deshalb vor, sanierte Altbauwohnungen aus dem Richtwertsystem zu entlassen. Das bedeutet: Vermieter könnten nach einer Sanierung eine höhere Miete verlangen und so die Kosten der Sanierung wieder reinholen. "Der Mieter zahlt eine höhere Miete, hat aber geringere Energiekosten, weil er gleichzeitig weniger heizen muss", erklärt Kluge.
