Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina kritisiert Pläne der EU, mit denen die Zulassung von Pestiziden vereinfacht werden soll.
Was ist passiert? Die Leopoldina, eine der wichtigsten Wissenschaftsakademien Deutschlands, hat sich gegen einen Vorschlag der EU-Kommission gestellt. Die EU will die Regeln für Pestizide ändern. Pestizide sind Mittel, die in der Landwirtschaft gegen Unkraut, Insekten oder Pilze eingesetzt werden. Künftig sollen die Wirkstoffe in diesen Mitteln nicht mehr regelmäßig überprüft werden, sondern unbegrenzt lange erlaubt bleiben. Auch die Frist, innerhalb der Bauern ihre alten Pestizide noch aufbrauchen dürfen, soll von 1,5 auf 3 Jahre verlängert werden.
Wer hilft? Die Leopoldina fordert die Bundesregierung auf, sich in der EU für den Erhalt der bisherigen Regeln einzusetzen. Sie weist darauf hin, dass durch die bisherigen befristeten Zulassungen seit 2009 mindestens 165 Wirkstoffe ihre Erlaubnis verloren haben, weil neue Studien Risiken zeigten. Ohne regelmäßige Überprüfungen könnten solche Stoffe einfach weiter auf dem Markt bleiben. Die Leopoldina sieht besonders Kinder, Schwangere und chronisch Kranke als gefährdete Gruppen.
