In der indischen Hauptstadt Neu-Delhi haben Zehntausende junge Menschen gegen die Regierung protestiert und bessere Bedingungen bei Prüfungen und Jobs gefordert.

Was ist passiert? Am Montag sind rund 10.000 Menschen, darunter viele Teenager und junge Erwachsene, im Zentrum von Neu-Delhi auf die Straße gegangen. Sie gehören zur „Cockroach Janta Party" (CJP), einer Bewegung, die erst seit Mai existiert. Der Name kommt von einem Richter, der arbeitslose Jugendliche mit Kakerlaken verglichen hat – das fanden viele beleidigend und machten den Namen für sich stark. Auslöser war, dass Prüfungsfragen für einen wichtigen Medizin-Test im Mai durchgesickert sind. Mehr als zwei Millionen Menschen mussten den Test deshalb wiederholen. Viele junge Leute sind frustriert, weil Jobs fehlen: Bei den 15- bis 29-Jährigen liegt die Arbeitslosigkeit in Indien laut Regierungsdaten bei 9,9 Prozent, in Städten sogar bei 13,6 Prozent.

Wer hilft? Ein CJP-Sprecher hat der Nachrichtenagentur ANI gesagt, dass die Bewegung bereit ist, mit der Regierung zu sprechen. Der Aktivist Sonam Wangchuk, der die CJP unterstützt, war in Hungerstreik getreten, um auf die Probleme aufmerksam zu machen. Auch der Gründer der CJP, Abhijeet Dipke, hat angekündigt, selbst unbegrenzt zu hungern. Außerdem haben Regierungsvertreter am Morgen ein Gesprächsangebot gemacht, wie der 19-jährige Student K.M. Gulshan berichtet hat.