Fast sieben Jahre nach einem großen Lebensmittel-Skandal stehen in Kassel drei frühere Chefs der Wurstfirma Wilke vor Gericht – ihnen wird unter anderem fahrlässige Tötung vorgeworfen.

Was ist passiert? Bei der Firma Wilke im hessischen Twistetal wurden zwischen 2015 und 2019 Wurstwaren hergestellt, die mit gefährlichen Keimen (Listerien) verseucht waren. Nach dem Verzehr erkrankten 37 Menschen, elf davon starben an den Folgen. Jetzt wird vor dem Landgericht Kassel verhandelt, ob die drei damaligen Verantwortlichen – ein Geschäftsführer, seine Stellvertreterin und der Produktionsleiter – dafür ins Gefängnis müssen.

Listerien sind kleine Bakterien, die zum Beispiel in rohem Fleisch oder Käse vorkommen können. Für gesunde Menschen ist eine Infektion oft harmlos, bei Älteren, Schwangeren oder geschwächten Personen kann sie aber sehr gefährlich werden. Im Fall Wilke traf es laut Anklage vor allem ältere Menschen zwischen 47 und 86 Jahren aus mehreren Bundesländern.