Die Wiener Café-Konditorei Aida gilt nach neuen internationalen Recherchen als älteste noch bestehende Kaffeehauskette der Welt, gegründet 1913 von Josef und Rosa Prousek.

Stell dir vor: Schon lange bevor es Coffeeshops wie Starbucks gab, hat ein Wiener Zuckerbäcker eine ganze Kette aufgebaut. Josef Prousek kam 1883 in Nordböhmen als Sohn eines Schuhmachers zur Welt, ging nach Wien, lernte Konditor und übernahm 1913 ein kleines Café. Weil ihm die Zeit für eine Brautsuche fehlte, schaltete er eine Zeitungsanzeige – ein Fleischermeister aus Bruck an der Leitha bot ihm daraufhin seine Tochter Rosa an. Aus der Heirat wurde eine Geschäftspartnerschaft, die bis heute das Fundament von Aida bildet. Schon 1920 gab es fünf Filialen, 1938 sogar elf in Wien.

Was Aida von großen internationalen Ketten unterscheidet, zeigt sich im 21. Bezirk: In Floridsdorf backen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Tortenböden, Cremen und Marmeladen heute noch von Hand nach alten Rezepturen. Mehl, Butter, Eier und Milch kommen, wenn möglich, von österreichischen Bauern. Für die Filialen in Saudi-Arabien werden die fertigen Stücke schockgefrostet und mit dem Schiff nach Dschidda transportiert – die Reise dauert 17 Tage. In den Wiener Filialen werden sie bei minus 18 Grad angeliefert und einen Tag vorher im Kühlschrank aufgetaut.