Eine Konditorei in Klagenfurt steht unter Polizeischutz, weil Unbekannte mit einem Brandanschlag gedroht haben – der Grund ist ein umstrittener Schokoladenname.
In Klagenfurt gibt es eine Konditorei namens Zehrer. Der Chef, Peter Nimmervoll, verkauft dort eine Schokolade mit dem Namen "Negerbrot-Schokolade". Viele Leute finden diesen Namen rassistisch, weil das Wort "Neger" früher als abwertende Bezeichnung für Menschen mit dunkler Hautfarbe benutzt wurde. Nimmervoll sagt dagegen, es sei einfach ein traditioneller Name für eine alte Süßigkeit und er meine damit keine Menschen. In der Nacht auf Freitag haben Unbekannte die Schaufenster der Konditorei mit pinker Kreide beschmiert und Flugblätter angebracht. Sie haben sich "Antifa" genannt und gesagt: "Die Botschaft ist klar: Rassismus hat keinen Platz in Klagenfurt, weder im Regal noch im Diskurs."
Danach hat Nimmervoll eine Nachricht bekommen, in der steht: Der Laden solle "niedergebrannt werden, so wie man das mit Läden von Nazis und Rassisten macht". Das ist eine ernste Drohung. Nimmervoll ist sofort zur Polizei gegangen. Jetzt ermittelt der Staatsschutz, eine Spezialabteilung der Polizei, die sich um politische Straftaten kümmert. Der Polizeisprecher Werner Pucher hat gesagt: "Wir sind über jeden Tipp aus der Bevölkerung dankbar." Vizebürgermeister Patrick Jonke und Bürgermeister Christian Scheider wollten eigentlich am Samstag in der Konditorei einkaufen gehen, um Nimmervoll zu unterstützen – diesen Einkauf haben sie aber verschoben.
