Bei den Wiener Festwochen hat ein neues Theaterstück Premiere gefeiert, das sich mit Körpernormen, Konsum und Trauer beschäftigt.
Was ist passiert? Im Wiener Odeon ist das Stück "Die Parabel von der Säure" von Rébecca Chaillon erstmals aufgeführt worden. Es dauert etwa zweidreiviertel Stunden. Auf der Bühne stehen sieben Performerinnen und Performer, die in cremefarbenen Roben auftreten und sich mit Themen wie Körper, Essen und Verlust auseinandersetzen. Eine Schauspielerin sagt zum Beispiel, sie sei zu fett für guten Sex, und die Performerinnen und Performer rekapitulieren eine Diät-Fernsehsendung. Sie schmieren sich mit Gelee ein und wälzen sich am Boden. Andere berichten davon, dass sie als Kinder Öl aus Thunfischdosen getrunken und Geschirrtücher gebraten und gegessen haben. Nach etwa eineinhalb Stunden haben erste Zuschauerinnen und Zuschauer den Saal verlassen.
Wer hilft? Die Inszenierung zeigt, dass die Performerinnen und Performer mit ihren Erfahrungen nicht allein sind. Sie kommen selbst aus den Pariser Vororten und erzählen ihre Geschichten gemeinsam auf der Bühne. Eine Darstellerin tritt als Supermarkt-"Hostess" auf und verteilt Butterstücke an das Publikum. Wer sich zu Beginn wiegen lässt, kann zehn Prozent seines Körpergewichts an Lebensmitteln aus einem fiktiven "Mammut-Markt" gewinnen. Das Stück will Mut machen und deutlich machen, dass Menschen unterschiedlich aussehen dürfen. Es greift die Idee auf, dass jede Person ihren eigenen Weg finden kann, mit dem eigenen Körper umzugehen.
