Die Journalistin Dunja Hayali ist für eine ZDF-Doku mit dem Zug durch Deutschland gefahren und hat gefragt, ob das Reisen mit der Bahn nicht nur nervig, sondern auch gefährlich ist.

In der Dokumentation „Unsere Bahn – Geliebt, Verflucht – Gefährlich?“ geht es vor allem um den Zugunfall in Garmisch-Partenkirchen. Dort ist im Juni 2022 ein Zug entgleist, fünf Menschen sind dabei gestorben. Als Grund nennt die Doku kaputte Betonschwellen unter den Gleisen, die das Gewicht des Zuges nicht gehalten haben. Die Deutsche Bahn hat danach sehr viele Schwellen ausgetauscht. Zwei Mitarbeiter der Bahn wurden vor Gericht freigesprochen, weil ihnen kein persönliches Verschulden nachgewiesen werden konnte.

In dem Film kommen aber auch Menschen zu Wort, die im Bahnsystem arbeiten. Ein Lokführer erzählt zum Beispiel, dass er sich an manchen Stellen im Netz nicht wohlfühlt und dass seine Hinweise darauf kaum beachtet werden. Hayali zeigt außerdem, dass das deutsche Schienennetz mit rund 33.500 Kilometern fast komplett ohne moderne digitale Technik fährt: Nur etwa zwei Prozent sind mit einem digitalen Sicherheitssystem ausgestattet. In Belgien ist das Netz mit etwa 6.400 Kilometern dagegen schon komplett digital. Außerdem wurde bei einer Baustelle zwischen Hamburg und Berlin sogar alte Technik wieder eingebaut, obwohl moderne Technik möglich gewesen wäre. Der Chef der Deutschen Bahn sagt im Film, er wünsche sich, dass Deutschland irgendwann wieder stolz auf seine Bahn sein kann und die Züge deutlich pünktlicher werden. Eine mögliche Lösung sieht Hayali in einem klaren Plan mit viel Geld, damit die Digitalisierung endlich vorankommt.