Die EU hat zum ersten Mal seit 1991 ihre Nitratrichtlinie geprüft und kommt zu einem klaren Ergebnis: Zu viel Dünger aus der Landwirtschaft schadet Boden, Wasser und Klima – und kostet Milliarden.
Stell dir vor, du streust Salz auf einen Eisweg. Ein bisschen hilft, aber wenn du immer mehr streust, läuft das Salz irgendwann ins Grundwasser und ins Meer. Genauso ist es mit Nitrat, einem Stoff, den Pflanzen als Dünger brauchen. Bauern bringen ihn als Mineraldünger oder in Gülle auf die Felder. Aber Pflanzen können nur eine bestimmte Menge aufnehmen. Was übrig bleibt, sickert ins Grundwasser oder wird als Gas in die Luft geblasen. In vielen Regionen Deutschlands ist das Grundwasser deshalb heute zu stark belastet, und auch Bäche, Seen und die Artenvielfalt leiden.
Ist Nitrat jetzt giftig? Das Bundesinstitut für Risikobewertung sagt: Nitrat selbst ist für Menschen eher unbedenklich. Das Problem sind Bakterien, die Nitrat im Essen oder im Körper in Nitrit umwandeln – und das kann krank machen. Deshalb gibt es seit 1991 eine EU-Nitratrichtlinie. Sie legt fest, wie viel Nitrat im Wasser erlaubt ist und welche Regeln Bauern einhalten müssen.
