Ein Gericht in Münster hat den Regionalplan Ruhr komplett für ungültig erklärt – das ist die zentrale Karte, auf der steht, wo im Ruhrgebiet gebaut, Kies abgebaut und Windräder aufgestellt werden dürfen.

Was ist passiert? Das Oberverwaltungsgericht in Münster hat am 12. Juni 2026 entschieden, dass der Regionalplan Ruhr nicht gelten darf. Der Plan ist erst seit 2024 in Kraft und regelt 53 Städte mit 5,1 Millionen Menschen. Er sollte zum Beispiel festlegen, wo neue Wohnungen, Windräder oder Erholungsgebiete entstehen. Auch 17 neue Kiesgruben allein im Kreis Wesel waren darin vorgesehen – vor allem am Niederrhein rund um Kamp-Lintfort, Rheinberg, Neukirchen-Vluyn und Hünxe, einer der kiesreichsten Gegenden Deutschlands. Gegen diese Gruben hatten Anwohner und Kommunen geklagt, weil sie ihre Landschaft schützen wollten.

Warum hat das Gericht den Plan gestoppt? Der Planer, der Regionalverband Ruhr (RVR), hat laut Gericht den Bedarf an Sand und Kies falsch berechnet – unter anderem mit alten Zahlen. Der Vorsitzende Richter Hans-Joachim Hüwelmeier sagte, das sei „nicht selbsterklärend". Außerdem fand das Gericht die Vorgabe „kleinlich", dass Einwände nur in Druckbuchstaben und ausdrücklich nicht in Schreibschrift erlaubt waren.