Die Pharmaunternehmen Eli Lilly und Boehringer Ingelheim wollen in Deutschland weniger investieren als geplant, weil sie mit der Gesundheitspolitik der Bundesregierung unzufrieden sind.
Was ist passiert? Eli Lilly hatte eigentlich vor, im rheinland-pfälzischen Alzey für 2,5 Milliarden Euro eine große Produktionsanlage zu bauen, in der bis zu 1.000 Menschen arbeiten sollten. Jetzt heißt es: Es wird nur die Hälfte investiert und erst einmal nur das Nötigste gebaut. Boehringer Ingelheim aus Ingelheim am Rhein streicht sogar 900 Millionen Euro, die eigentlich in Standorte in Deutschland fließen sollten. Beide Firmen sagen: Die Sparpläne der Bundesregierung und der Druck aus den USA machen Investitionen hier gerade zu unsicher.
Wer hilft oder sucht nach Lösungen? Das Bundesgesundheitsministerium sagt, der deutsche Markt bleibe für Pharmafirmen attraktiv, und arbeitet an einer eigenen Pharmastrategie, also einem Plan, wie man die Branche in Deutschland stärken will. Der Wirtschaftsminister von Rheinland-Pfalz, Michael Ebling, will in Berlin für bessere und verlässlichere Regeln werben, damit sich Investitionen wieder lohnen. Auch Eli Lilly hat angekündigt, dass es Gespräche mit der Bundesregierung geben soll, falls sich die Bedingungen ändern. Wirtschaftsverbände wie die IHK für Rheinhessen schlagen Alarm und sagen, die Politik müsse dringend handeln, damit Deutschland nicht den Anschluss verliert.
