Viele Künstler und Fans ärgern sich gerade über sehr hohe Preise für Konzerttickets auf Wiederverkaufsplattformen wie Viagogo.

Du wolltest Tickets für dein Lieblingskonzert kaufen, aber innerhalb weniger Sekunden waren alle Karten weg? Das passiert gerade vielen. Mit automatischen Computerprogrammen, sogenannten Bots, kaufen gewerbliche Händler in Sekunden große Mengen an Tickets auf. Später verkaufen sie dieselben Karten auf Plattformen wie Viagogo, StubHub oder Ticombo weiter – und zwar viel teurer. Im offenen Brief von Pro Musik an die Bundesregierung ist von Preisen bis zu 5.500 Euro die Rede. Auch Nina Chuba, Die Toten Hosen, Die Ärzte und Lea haben den Brief unterschrieben. Eine Anwältin erklärt dazu: „Während ein normaler Fan möglicherweise noch seine Zahlungsdaten eingibt, haben Bots bereits Hunderte oder sogar Tausende Kaufvorgänge durchgeführt.“ Die Branche schätzt, dass rund 70 Prozent der Tickets auf dem Zweitmarkt von solchen Händlern verkauft werden.

Es passiert gerade einiges, damit sich die Situation bessert. Die Verbraucherzentrale Hamburg erklärt zum Beispiel Fans, worauf sie achten müssen. Die Interessenvertretung Pro Musik hat im Mai einen offenen Brief an die Bundesregierung geschickt. Darin fordert sie strengere Regeln: ein Verbot von unseriösem gewerblichem Weiterverkauf, klare Preisgrenzen und mehr Transparenz auf den Plattformen. Politikerinnen und Politiker beschäftigen sich mit dem Thema, und auch Künstler wie AnnenMayKantereit und Kraftklub machen laut darauf aufmerksam. So wächst der Druck, etwas zu verändern.