In Ulm wird einmal im Jahr ein ganz normaler Montag zum großen Festtag – mit Schwur, Booten auf der Donau und Konzerten in der Innenstadt.
Stell dir vor, in deiner Stadt wäre ein Montag plötzlich ein Feiertag – nur bei dir, nicht in den Nachbarorten. Genau so ist es in Ulm am Schwörmontag. Das Fest wird jedes Jahr am vorletzten Montag im Juli gefeiert. An diesem Tag schließen Behörden, Schulen und viele Geschäfte früher oder bleiben ganz zu. Der Schwörmontag ist in Ulm sogar ein Feiertag – allerdings nur innerhalb des Stadtgebiets.
Der Tag erinnert an die mehr als 600 Jahre alte Verfassung der ehemaligen Reichsstadt Ulm. Seit dem 14. Jahrhundert legt das Stadtoberhaupt dabei öffentlich Rechenschaft über die Stadtpolitik ab und erneuert den sogenannten Schwörbrief. Der Oberbürgermeister verspricht dabei, "Reichen und Armen ein gemeiner Mann zu sein in allen gleichen, gemeinsamen und redlichen Dingen ohne allen Vorbehalt". Danach geht es auf und ans Wasser.
Das Highlight ist das "Nabada": ein wilder Wasserumzug auf der Donau. Bei dem ungewöhnlichen Wasserumzug treiben bunt geschmückte Boote, Flöße, Schlauchboote und teils skurrile Eigenkonstruktionen den Fluss hinunter. Tausende Besucher strömen an die Donau, wo das traditionelle "Nabada" stattfindet. Entlang des Ufers feiern jährlich Zehntausende mit.
Außerdem gibt es Konzerte und Veranstaltungen in der Innenstadt. "Normalerweise freut man sich eher auf das Wochenende. In Ulm ist das anders: Hier ist ausgerechnet ein Montag der schönste Tag des Jahres", erklärte die Stadt im Vorfeld. "Erst wird geschworen, dann geht Ulm aufs Wasser und feiert in der ganzen Stadt", sagte ein Sprecher.
