Die Allianz will, dass Autos öfter repariert statt teuer ersetzt werden, weil Ersatzteile in den letzten Jahren viel teurer geworden sind.
Kennst du das? Ein kleiner Steinschlag auf der Straße, schon ist der Scheinwerfer kaputt. Früher war so etwas kein großes Thema, heute kann ein einzelner Scheinwerfer laut Allianz zwischen mehreren Hundert und mehreren Tausend Euro kosten. 2015 lag der Durchschnittspreis demnach noch bei 708 Euro, im vergangenen Jahr waren es schon 1.251 Euro. Jedes Jahr werden in Deutschland laut Schätzung rund 870.000 Scheinwerfer ausgetauscht.
Auch andere Teile sind teurer geworden. Der Gesamtverband der Versicherer (GDV) hat ausgerechnet, dass Kofferraumklappen heute mehr als doppelt so viel kosten wie vor zehn Jahren, Kotflügel rund 80 Prozent mehr und Frontscheiben etwa 50 Prozent mehr. Das ist nicht nur für Autofahrer doof, sondern auch für Versicherungen, die diese Kosten an ihre Kundinnen und Kunden weitergeben müssen.
Die Allianz sagt: Das muss nicht sein. Frank Sommerfeld, Chef der Allianz Versicherungs-AG, kritisiert, dass selbst bei kleinen Schäden der ganze Scheinwerfer weggeschmissen und ein neuer eingebaut wird. Christian Sahr vom Allianz Zentrum für Technik erklärt, dass eine Reparatur in einer Fachwerkstatt technisch möglich wäre, in Deutschland aber nicht erlaubt ist. In Frankreich und anderen europäischen Ländern darf so etwas repariert werden.
Reparieren statt Wegwerfen spart übrigens auch CO2, weil weniger neue Teile produziert werden müssen. Die Allianz fordert deshalb von der Autoindustrie, Teile so zu bauen, dass man sie reparieren kann, und von der Politik, die Regeln dafür zu vereinfachen. Wenn das klappt, könnten Werkstattrechnungen kleiner und Versicherungsbeiträge stabiler werden.