Am Sonntag wählt Kolumbien einen neuen Präsidenten – doch Gewalt und Angst überschatten den Urnengang.

Stell dir vor, du gehst wählen und musst dabei Angst haben, dass etwas Schlimmes passiert. Genau das erleben gerade viele Menschen in Kolumbien. Bei der Präsidentschaftswahl am Sonntag stimmen rund 41 Millionen Bürger darüber ab, wer das Land die nächsten Jahre führen soll. Doch der Wahlkampf war alles andere als normal: Bewaffnete Gruppen haben in vielen Regionen an Macht gewonnen, und es gab eine Serie von Angriffen. Sogar ein Senator, Miguel Uribe Turbay, wurde im Juni 2025 bei einer Wahlkampfveranstaltung erschossen. Kristin Wesemann von der Konrad-Adenauer-Stiftung sagt, Kolumbien erlebe "eine der schwersten Gewaltwellen der letzten Jahre".

Trotz der schlimmen Lage gibt es Menschen und Organisationen, die nicht wegschauen. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz dokumentiert die humanitären Folgen und hilft den mehr als 235.000 Menschen, die im vergangenen Jahr vertrieben wurden. Die drei Spitzenkandidaten – Iván Cepeda, Paloma Valencia und Abelardo de la Espriella – wollen alle auf ihre Weise für mehr Sicherheit sorgen, auch wenn ihre Pläne unterschiedlich sind. Und die Wahl selbst ist ein starkes Zeichen: Millionen Kolumbianer lassen sich ihr demokratisches Recht nicht nehmen, trotz der Drohungen ihre Stimme abzugeben.