Papst Leo XIV. hat eine ganze traditionalistische Priestergruppe aus der katholischen Kirche ausgeschlossen, weil sie ohne Erlaubnis Bischöfe geweiht hat.
Was ist passiert? In der Schweiz hat eine Gruppe namens Priesterbruderschaft St. Pius X. vier Priester zu Bischöfen gemacht – obwohl der Papst es verboten hatte. Daraufhin hat der Vatikan klargemacht: Wer zu dieser Gruppe gehört, ist ab sofort nicht mehr Mitglied der katholischen Kirche. Die Bruderschaft lehnt viele Reformen ab, die das Zweite Vatikanische Konzil vor über 60 Jahren beschlossen hat, etwa dass die Messe in der Landessprache gefeiert werden darf und dass die Kirche mit anderen Religionen spricht. Die Piusbrüder feiern die Messe weiter auf Latein und wenden den Gläubigen den Rücken zu.
Wer hilft, Brücken zu bauen? Der Papst und seine engsten Mitarbeiter, wie Kardinal Pietro Parolin, haben vor der Exkommunikation lange versucht, mit der Gruppe ins Gespräch zu kommen. Auch der frühere Papst-Sekretär Georg Gänswein hofft, dass Rom künftig beim Feiern der alten Messe mehr Freiheiten zulässt. Kirchenrechtler und Theologen wie Georg Essen und Norbert Bischofberger erklären den Konflikt und zeigen, wo man miteinander reden könnte.
