Forscherinnen aus Wien haben herausgefunden, dass die Anfälligkeit für Probleme mit der inneren Uhr teilweise in den Genen liegt.

Hast du dich schon mal gefragt, warum manche Leute morgens topfit sind und andere abends erst richtig aufdrehen? Das hat mit deiner „inneren Uhr" zu tun, dem sogenannten zirkadianen Rhythmus. Diese innere Uhr tickt ungefähr im 24-Stunden-Takt und steuert, wann du müde wirst, wann du Hunger hast und wann du dich konzentrieren kannst. Ein Team der Medizinischen Universität Wien hat jetzt untersucht, welche Rolle deine Gene dabei spielen. Dafür haben sie Erbgut von über 312.000 Menschen aus der britischen UK-Biobank analysiert. Heraus kam: Es gibt 27 Stellen im Erbgut, die mit einem Ungleichgewicht der inneren Uhr zusammenhängen.

Die Forscherinnen um Eva Schernhammer und Magdalena Zebrowska haben einen eigenen Index entwickelt, den „Circadian Imbalance Index". Dieser Index schaut sich mehrere Dinge gleichzeitig an: Bist du eher ein Abend- oder ein Morgenmensch? Schläfst du besonders kurz oder lang? Bist du eher emotional angespannt? Trinkst du Kaffee zu ungewöhnlichen Zeiten? Hast du niedrige Vitamin-D-Werte? All diese Punkte zusammen ergeben ein Bild davon, wie stabil oder anfällig deine innere Uhr gerade ist. Und die Studie zeigt: Es ist nicht ein einzelnes Gen schuld, wenn die Uhr aus dem Takt gerät, sondern ein Zusammenspiel aus vielen Genen und Lebensgewohnheiten.