Im Kaukasus zwischen Russland und der EU wählt Armenien ein neues Parlament – und der Urnengang ist von Streit und Festnahmen überschattet.

In Armenien haben die Menschen am Sonntag ein nees Parlament gewählt. Schon vor der Öffnung der Wahllokale durchsuchte die Polizei in der Stadt Gyumri das Büro einer Oppositionspartei. Mehr als zehn Leute wurden festgenommen, weil sie angeblich Stimmen kaufen wollten. Auch drei Mitglieder einer Wahlkommission saßen plötzlich in Haft. Ministerpräsident Nikol Pashinyan gab selbst seine Stimme ab und will eine dritte Amtszeit holen. Bis 11 Uhr morgens hatten etwa 15 Prozent der Wahlberechtigten abgestimmt.

Es gibt Helfer, die aufpassen, dass die Wahl fair abläuft. Die OSZE schickt Beobachter ins Land. Ihre Chefin Farah Karimi sagte der Deutschen Presse-Agentur, der Wahlkampf sei von einer „beunruhigenden Polarisierung" geprägt – das heißt, die beiden politischen Lager stehen sich feindlich gegenüber und werfen sich gegenseitig Lügen und Beleidigungen vor. Auch ausländische Journalistinnen und Journalisten, etwa von der dpa, berichten direkt aus den Wahllokalen und schauen, ob alles mit rechten Dingen zugeht.