Eine große Studie aus Wien zeigt, dass in Österreich nur wenige Väter längere Karenz nehmen. Die Arbeiterkammer fordert jetzt bessere Regeln.
Die Wiener Arbeiterkammer (AK Wien) hat am Dienstag neue Zahlen vorgestellt. Im Jahr 2023 haben nur 18,8 Prozent der Personen in Karenz Männer als Väter genommen. Der beste Wert war 2017 mit 20,4 Prozent. Seither geht es nur langsam auf und ab. Die AK-Präsidentin Renate Anderl nennt das Tempo „Schneckentempo“ und meint, es gibt noch „ganz viel Luft nach oben“.
Viele Väter bleiben nur kurz zu Hause. Rund 58 Prozent der Väter in Karenz sind höchstens drei Monate da. Nur 9 Prozent der Männer, die vorher voll gearbeitet haben, bleiben länger als sechs Monate. Bei weniger als 1 Prozent der Paare bleibt der Vater mehr als ein halbes Jahr daheim. Wenn Frauen gleich viel oder mehr verdienen, teilen sich Paare die Karenz öfter. In Städten und bei höherer Bildung passiert das ebenfalls häufiger.
