Eine Expertin der Vereinten Nationen hat sich Österreich angeschaut und warnt: Rassismus ist dort fest verankert – auch an Schulen.
Was ist passiert? Die UN-Sonderberichterstatterin Ashwini K.P. hat in Genf einen Bericht über Österreich vorgestellt. Darin steht: Jüdische, muslimische, Roma-, Sinti- und afrikanischstämmige Kinder werden in österreichischen Schulen besonders oft gemobbt – und weniger dagegen verteidigt. In einem Salzburger Beispiel wurden 32 Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren eineinhalb Stunden lang in einem Klassenzimmer festgehalten, weil ihnen vorgeworfen wurde, ein Handy gestohlen zu haben. Die Eltern erfuhren nichts davon. Später stellte sich heraus, dass das Handy zu Hause vergessen worden war.
Wer hilft? In Österreich gibt es eine ganze Reihe von Einrichtungen, die gegen Rassismus arbeiten: die Gleichbehandlungsanwaltschaft, Organisationen wie Amnesty International und ZARA sowie Antirassismus-Trainings für Lehrkräfte. Die UN-Expertin fordert jetzt einen umfassenden nationalen Aktionsplan gegen Rassismus und bessere Daten, damit Probleme sichtbar werden. Auch die österreichische Regierung sagt, sie wolle das Schutzsystem stärken – etwa mit neuen Gesetzen gegen Hass im Netz und einer erneuerten Strategie gegen Antisemitismus.
