In der Ukraine hat Präsident Selenskyj den obersten Soldaten des Landes ausgetauscht, nachdem tagelang tausende Menschen auf die Straße gegangen waren.

Was ist passiert? In der Ukraine haben sechs Tage lang viele tausend – vor allem junge – Menschen in Kyiv und anderen Städten demonstriert. Sie wollten erreichen, dass der beliebte Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow, der 35 Jahre alt ist, wieder sein Amt zurückbekommt. Außerdem forderten sie, dass der oberste Soldat des Landes, Olexander Syrskyj, seinen Posten räumt. Präsident Wolodymyr Selenskyj hat daraufhin am Dienstagabend über den Nachrichtendienst Telegram mitgeteilt, dass Syrskyj gehen muss. Er bedankte sich ausdrücklich bei ihm und ehrte dessen Leistungen. Syrskyj war seit Februar 2024 Chef der ukrainischen Streitkräfte und hatte zuvor bei der Verteidigung Kyiws sowie einer erfolgreichen Gegenoffensive 2022 eine wichtige Rolle gespielt. Neuer oberster Soldat wird Mychajlo Drapatyj. Fedorow selbst hatte das Verteidigungsministerium erst seit Januar geleitet und war in der Vorwoche überraschend entlassen worden – woraufhin die Proteste begannen. Nach seiner Entlassung hatte Fedorow öffentlich gemacht, dass er mit Syrskyj über die Frage uneins war, wie der Krieg gegen Russland geführt werden soll. Das ukrainische Parlament muss nun noch einen Nachfolger für Fedorow im Verteidigungsministerium bestätigen; übergangsweise führt der Geheimdienst-Offizier Jewhenij Chmara das Haus.