In der ukrainischen Hauptstadt Kiew haben am 16. Juli 2026 mehrere Hundert Menschen gegen den Austausch ihres Verteidigungsministers demonstriert.
Was ist passiert? Das Parlament in der Ukraine hat eine neue Regierung gewählt. Ministerpräsident ist Serhij Korezkyj. Kurz zuvor hatte Präsident Wolodymyr Selenskyj den beliebten Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow entlassen. Fedorow war erst seit Januar 2026 im Amt und gilt als Reformer, der die Beschaffung von Waffen und Drohnen transparenter machen wollte. In Kiew gingen daraufhin mehrere Hundert, zeitweise etwa 2.000 Menschen auf die Straße. Auf ihren Schildern stand: „Bring Fedorow zurück."
Wer hilft weiter? Viele Menschen in der Ukraine setzen sich lautstark für Reformen ein. Abgeordnete wie Oleksandra Honcharenko kritisieren offen, dass der Präsident eigene Interessen über die des Staates stelle. Journalistinnen und Journalisten, etwa Sergiy Sydorenko von European Pravda, vergleichen die Entscheidung mit früheren Versuchen, unabhängige Institutionen zu schwächen. Auch Soldaten wie der Nationalgardekommandeur Oleksij und ein Soldat mit dem Rufnamen „Buhor" aus Sumy sagen, Fedorows Entlassung sei ein Fehler. Sie alle zeigen: Es gibt eine starke Stimme in der Gesellschaft, die auf Reformen und Transparenz pocht.
