Immer mehr Jugendliche verletzen sich schwer, weil sie auf Züge klettern – eine neue Studie aus Wien zeigt, wie gefährlich das wirklich ist.
Was ist passiert? Ärztinnen und Ärzte vom Wiener AKH behandeln seit 2022 deutlich mehr Menschen, die beim Trainsurfing verletzt wurden. Früher, zwischen 1994 und 2008, kam im Schnitt weniger als ein Fall pro Jahr vor. Heute ist die Zahl stark gestiegen. Bei Stromunfällen musste etwa jeder Zweite amputiert werden, und ein Viertel der Verletzten ist gestorben. Trainsurfer sind meist junge Männer, im Durchschnitt 19 Jahre alt.
Die Oberleitungen über den Zügen führen laut den ÖBB 15.000 Volt Hochspannung – das ist rund 65-mal so viel wie die Steckdose zu Hause (230 Volt). Selbst wenn man den Draht gar nicht berührt, kann ein Lichtbogen über mehrere Meter überspringen und lebensgefährlich sein.
Wer hilft? Die ÖBB klären mit dem Programm "Sicherheit macht Schule" direkt in Schulen über die Gefahren auf und veröffentlichen auf YouTube Videos unter dem Titel "Pass auf dich auf". Die Polizei und die ÖBB arbeiten nach einem aktuellen Vorfall auf der Koralmbahn in Kärnten zusammen, um die Beteiligten zu identifizieren. Forschende der Universität Zürich haben zudem untersucht, wie gefährliche Clips in sozialen Medien verbreitet werden, und sprechen sich für bessere Schutzmaßnahmen aus.
