Die chinesische Raumsonde Tianwen-2 hat nach einer langen Reise einen besonderen Asteroiden erreicht und sendet bereits erste Bilder zur Erde.
Stell dir vor, du fliegst fast ein Jahr lang durch das Weltall – und dein Ziel ist ein winziger Brocken, der die Erde begleitet. Genau das hat die chinesische Sonde Tianwen-2 gemacht. Sie ist am 29. Mai 2025 vom Weltraumbahnhof Xichang gestartet, hat knapp eine Milliarde Kilometer zurückgelegt und am 6. Juli 2026 den Asteroiden Kamoʻoalewa erreicht. Er ist nur 40 bis 100 Meter groß, also etwa so lang wie ein Fußballfeld, und heißt auch 2016 HO3.
Was diesen Asteroiden besonders macht: Er kreist nicht direkt um die Erde, sondern fliegt in einem ähnlichen Rhythmus um die Sonne wie unser Planet. Fachleute nennen solche Objekte Quasi-Satelliten, also „fast Monde“. Kamoʻoalewa rotiert unglaublich schnell – einmal in nur 28 Minuten dreht er sich um die eigene Achse. Manche Forscher denken sogar, dass er ursprünglich ein Stück vom Mond war, das bei einem großen Einschlag ins All geschleudert wurde. Ob das stimmt, soll die Mission zeigen.
Jetzt geht die Arbeit erst richtig los. Die Sonde kreist nun monatelang um den Asteroiden und sucht einen sicheren Landeplatz. Danach soll sie mit einem Greifarm und kleinen Bohrern mindestens 100 Gramm Staub einsammeln – eine Probe, die bis Ende 2027 zur Erde zurückgebracht wird. Wenn das klappt, wäre China erst das dritte Land, dem so etwas gelingt, nach den USA mit Osiris-Rex und Japan mit Hayabusa-2. Danach soll Tianwen-2 weiterfliegen und den Kometen 311P/PanSTARRS besuchen – ein Asteroiden- und Kometen-Doppel also in einer Mission.
