Im Kanton Tessin haben die Leute am Sonntag zwei Vorlagen an der Urne entschieden: eine Mehrheit will, dass eine geplante Erhöhung der Immobilien-Schätzwerte nicht automatisch zu höheren Steuern führt, und eine grosse Mehrheit lehnt eine obligatorische Zahnversicherung ab.
Stell dir vor, deine Familie besitzt ein Haus. Im Kanton Tessin sind solche Häuser offiziell viel weniger wert, als sie auf dem Markt eigentlich kosten würden – nur etwa 45 Prozent. Das Bundesgericht fand das zu tief. Für 2035 ist eine grosse Anpassung dieser Schätzwerte geplant. Ohne Gegenmassnahmen würde das bedeuten, dass die Leute plötzlich viel mehr Steuern zahlen müssten und weniger Unterstützung vom Staat bekommen. Genau das soll die neue Initiative verhindern: 74 Prozent der Tessinerinnen und Tessiner haben Ja gesagt. In allen 100 Gemeinden gab es eine Mehrheit – von 56 Prozent in Cerentino bis zu 90 Prozent in Bedretto.
