In der slowakischen Hauptstadt Bratislava sind am Samstag rund 10.000 Menschen beim Rainbow Pride durch die Innenstadt gezogen, um für die Rechte von LGBT+-Menschen zu demonstrieren.
Die Parade stand unter dem Motto "Unser Mut ist stärker als der Hass". Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer trugen Regenbogenflaggen und Schilder, die vor Rückschritten bei der Gleichbehandlung warnten. Am Ende trafen sich alle auf dem Freiheitsplatz vor dem Regierungsamt zu einer großen Abschlusskundgebung.
Gleichzeitig fand am selben Tag eine Gegenkundgebung mit dem Namen "Stolz auf die Familie" statt. Daran nahmen mehrere Hundert Menschen teil. Sie wurde von christlich-konservativen und rechtsextremen Gruppen organisiert und setzt sich für das traditionelle Familienbild aus Vater, Mutter und Kindern ein.
Hintergrund der Demonstration sind politische Veränderungen in der Slowakei. In der Verfassung steht seit Längerem, dass nur ein Mann und eine Frau heiraten dürfen. Seit dem vergangenen Jahr dürfen Kinder außerdem nur noch von verheirateten Paaren adoptiert werden. Die Regierungsmehrheit aus Linksnationalen und Rechtspopulisten plant weitere Verschärfungen, etwa dass im Ausland geschlossene gleichgeschlechtliche Ehen in der Slowakei nicht anerkannt werden.
