Die Gewerkschaften ziehen mit einem Referendum gegen das Parlament in den Kampf um Mindestlöhne in der Schweiz.

Was ist passiert? Das Parlament hat entschieden, dass Gesamtarbeitsverträge (GAV), also branchenweite Lohnabsprachen zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften, künftig wichtiger sein sollen als kantonale Mindestlöhne. Diese Mindestlöhne gibt es heute in mehreren Kantonen und Städten, zum Beispiel in Genf, Neuenburg, Zürich, Winterthur und Luzern. Sie sollen Arbeiterinnen und Arbeiter in Tieflohnbranchen wie Reinigung oder Gastronomie schützen. Der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) kritisiert den Entscheid scharf. Die bürgerliche Mehrheit habe die Mindestlöhne «mit einem Beschluss im Bundesparlament auszuhebeln» versucht, so der SGB. SP-Co-Präsident Cédric Wermuth nannte den Parlamentsbeschluss einen «Miniputsch». Am 19. Juni stimmt das Parlament ein letztes Mal über das Gesetz ab, danach können die Gewerkschaften offiziell das Referendum starten.