Am Freitag verhandelt ein Gericht in Münster über den Kiesabbau am Niederrhein – und davon hängt viel für die Region ab.

Was ist passiert? Am Niederrhein, rund um Kamp-Lintfort, Neukirchen-Vluyn, Rheinberg und Hünxe, gibt es riesige Vorkommen an Sand und Kies. Der Regionalverband Ruhr hat in einem Plan 17 neue Flächen festgelegt, auf denen später gebaggert werden soll. Dagegen klagen jetzt mehrere Städte und der Kreis Wesel vor dem Oberverwaltungsgericht in Münster. Sie finden: So viel neue Gruben braucht es nicht. Die Gegend ist eine der kiesreichsten in ganz Deutschland – und genau deshalb ist der Streit so groß.

Wer hilft? Vor Gericht geht es darum, eine faire Abwägung zu finden: Die Industrie braucht Sand und Kies für Straßen, Häuser und Windräder. Die Anwohner und Kommunen wollen ihre Dörfer, Felder und die Landschaft schützen. Politiker wie der Bürgermeister von Kamp-Lintfort, Christoph Landscheidt von der SPD, sagen: „Die Kulturlandschaft am Niederrhein werde zerstört“, wenn zu viel gebaggert wird. Das Gericht prüft jetzt, ob der Plan rechtlich in Ordnung ist.