Die Wirtschaftskammer Kärnten will, dass der Wörthersee in Papieren anders eingestuft wird – und Umweltschützer sind sauer.

Am Wörthersee in Kärnten gibt es gerade Zoff. Die Wirtschaftskammer Kärnten – das ist die Vertretung der Betriebe im Bundesland – möchte, dass der See in einem wichtigen EU-Plan nicht mehr als "natürlich", sondern als "erheblich verändert" eingetragen wird. Klingt trocken, hat aber Folgen: Für einen natürlichen See gelten strengere Regeln, zum Beispiel für Stege und Motorboote. Für einen "erheblich veränderten" See sind die Vorgaben lockerer.

Die Wirtschaftskammer sagt: Der Wörthersee ist schon lange kein unberührter Bergsee mehr. Es gibt Hotels, Straßen, eine Ringkanalisation, Schifffahrt und viele verbaute Ufer. Sprecher Stefan Sternad meint: "Das ist kein Natursee, es gibt sehr viel verbautes Seeufer." Tausende Menschen würden vom Tourismus am See leben.

Umweltschützer sehen das anders. Franz Maier vom Umweltdachverband sagt, der Wörthersee habe die Einstufung "erheblich verändert" nicht verdient. Diese Kategorie sei eigentlich für Flüsse mit vielen Kraftwerken oder für Gewässer ohne jedes natürliche Ufer gedacht. Außerdem passe es nicht zusammen, dass der See als "intakte Natur" beworben werde, aber gleichzeitig strengere Umweltregeln loswerden wolle.