Italiens Verlegerverband verlangt von Buchverlagen, sich zu antifaschistischen Werten zu bekennen – die Regierung kritisiert das scharf.

Was ist passiert? In Rom findet im Dezember die große Buchmesse "Più libri più liberi" statt. Der Verlegerverband AIE, der die Messe organisiert, hat eine neue Regel eingeführt: Wer als Verlag teilnehmen will, muss eine Erklärung unterschreiben, in der steht, dass man die antifaschistischen Werte der italienischen Verfassung akzeptiert. Das soll verhindern, dass Verlage mitmachen, die zum Beispiel faschistische oder antisemitische Bücher veröffentlichen. Ein solcher Verlag ist "Passaggio al bosco" aus Florenz, der schon für Aufsehen gesorgt hat, weil er ein Buch des rechten österreichischen Aktivisten Martin Sellner gedruckt hat.

Wer hilft? 89 Kulturschaffende – also Autorinnen, Autoren, Übersetzerinnen und andere aus der Buchbranche – haben der AIE in einem Brief gesagt, sie wollen sich klar von Verlagen abgrenzen, die Nazi-Ideologie verherrlichen. Die Messevorsitzende Annamaria Malato hat die Regel verteidigt und Ministerpräsidentin Giorgia Meloni sogar eingeladen, selbst zur Messe zu kommen. Die AIE hat angekündigt, den genauen Text der Erklärung noch einmal zu prüfen.