Ein Wiener Kammerpräsident steht unter Druck, weil er in einem geleakten Gespräch über seinen großen Einfluss auf Wiens Bürgermeister geredet haben soll.

Was ist passiert? Es gibt ein heimlich aufgenommenes Gespräch, in dem der Präsident der Wirtschaftskammer Wien, Walter Ruck, über seine Beziehung zum Wiener Bürgermeister Michael Ludwig von der SPÖ geredet haben soll. Darin soll er gesagt haben, dass die Wirtschaftskammer eigentlich keinen ÖVP-Bürgermeister will und dass er den SPÖ-Bürgermeister beeinflussen kann. Das Protokoll wurde von Zeitungen veröffentlicht und sorgt seither für Wirbel. Die eigene Partei, die ÖVP, sowie der Bundeskanzler fordern seinen Rücktritt.

Wer hilft jetzt? Der Bürgermeister Ludwig hat Ruck überraschend verteidigt und gesagt, er kenne ihn „anders" und glaube nicht an einen Rücktritt. Auch der frühere Wiener ÖVP-Chef Bernhard Görg verteidigt Ruck in einem Fernsehinterview: „Ich trete nie auf Menschen, die am Boden liegen", sagt er. Gleichzeitig gibt es Politikerinnen und Politiker aus anderen Parteien, die Aufklärung fordern und die Sache nicht auf sich beruhen lassen wollen.

Was kannst du tun? Es geht hier um politische Macht, Posten und den Umgang miteinander. Wenn dich das Thema interessiert, schau dir Interviews mit Politikexpertinnen und -experten an, lies seriöse Zeitungsberichte und bilde dir deine eigene Meinung. Du kannst auch bei Wahlen mitentscheiden, wer in solche Ämter kommt – oder in der Schule eine Debatte darüber führen, was „Postenschacher" bedeutet und warum es wichtig ist, dass Politikerinnen und Politiker kritisch hinterfragt werden.