Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer hat den Wiener Wirtschaftskammer-Präsidenten Walter Ruck wegen dessen kolportierter Aussagen scharf kritisiert.

Was ist passiert? Das Nachrichtenmagazin „profil“ und die „Kronen Zeitung“ haben Protokolle aus einem vertraulichen Gespräch veröffentlicht. Darin soll Walter Ruck, der Präsident der Wiener Wirtschaftskammer, abwertend über Frauen gesprochen, Industrievertreter beleidigt und über Posten in seiner Partei, der ÖVP, geredet haben. Auch über Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer soll sich Ruck lustig gemacht haben. Hattmannsdorfer hat am Dienstag reagiert und die Aussagen „befremdlich“ und „respektlos“ genannt. Der Druck auf Ruck, seinen Posten abzugeben, wächst – aus der Wirtschaft, aus seiner eigenen Partei und von der Opposition.

Wer hilft? Mehrere Seiten versuchen, die Situation aufzuklären. Die Industriellenvereinigung hat sich offiziell von Ruck distanziert und fordert Antworten. Der Ethikrat der Wirtschaftskammer und ein eigener Ethikrat der ÖVP beschäftigen sich mit dem Fall. Oppositionspolitiker wie FPÖ-Chef Herbert Kickl und die grüne Klubobfrau Sigrid Maurer haben klare Worte gefunden. Aus der Wirtschaftskammer selbst kommen unterschiedliche Stimmen: Manche halten zu Ruck, andere wie die Vorsitzende Martha Schultz erwarten, dass er die „richtigen Schritte setzt“ – also wohl zurücktritt.