Im Kurfürstenkiez in Berlin-Schöneberg gibt es seit Jahren Stress wegen Drogen und Sexarbeit auf der Straße. Die CDU will das verbieten, andere Parteien sind dagegen.

Im Kurfürstenkiez, das ist eine Gegend rund um die Kurfürstenstraße in Berlin-Schöneberg, klagen Anwohnerinnen und Anwohner seit Jahren darüber, dass auf der Straße Drogen verkauft und konsumiert werden und dass Sexarbeit direkt vor der Tür stattfindet. Sie fühlen sich allein gelassen. Die CDU, eine große Partei in Berlin, sagt jetzt: Wir wollen Schluss machen mit Straßenprostitution – zuerst im Kurfürstenkiez und rund um den Nollendorfplatz, später in ganz Berlin.

Die CDU will das Verbot schnell umsetzen. Fraktionschef Dirk Stettner sagt, viele Frauen würden unter schlimmen Bedingungen ausgebeutet, und Kinder und Jugendliche sehen direkt, was auf der Straße passiert. Eine Sprecherin der Sozialverwaltung von SPD-Senatorin Cansel Kiziltepe sagt aber: „Es geht nicht darum, Sexarbeit zu verbieten, sondern sie so zu gestalten, dass es keine Ausbeutung, keine Diskriminierung und keine Gewalt dabei gibt." Auch Grüne und Linke finden: Ein Verbot löst das Problem nicht, es verschiebt es nur in andere Straßen oder Parks, wo die Frauen dann noch schwerer Hilfe bekommen.