Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Gedenkstätte Hohenschönhausen besucht und an Tausende Menschen erinnert, die dort von der DDR-Geheimpolizei Stasi eingesperrt wurden.
Die Stasi war die Geheimpolizei der DDR. In Hohenschönhausen saßen von 1951 bis 1989 rund 11.000 Menschen in Untersuchungshaft – oft nur, weil sie die Regierung kritisiert hatten oder in den Westen fliehen wollten. Die Zellen waren klein, fensterlos und sollten die Gefangenen brechen. Renate Werwigk-Schneider, die 1963 und 1967 zweimal aus der DDR fliehen wollte, erzählte dem Bundespräsidenten, wie das System mit Isolation und Angst arbeitete: „Am schlimmsten waren die Glasbausteine im Zellenfenster, durch die man nicht nach draußen schauen konnte."
Steinmeier sagte, der Ort stehe für Willkür und Gewaltherrschaft. Er legte einen Kranz an einem Denkmal für die Opfer nieder. „Tausende Inhaftierte hätten entsetzliches Unrecht erfahren", erklärte er nach dem Rundgang. Gleichzeitig betonte er, dass sich der Wunsch der Menschen nach Freiheit am Ende durchgesetzt habe.
