Die IG Metall warnt davor, den Klimaschutz in der Stahlindustrie zurückzudrehen – davon könnten tausende Jobs betroffen sein.

Die Industrie in Deutschland steckt in einer schwierigen Lage. Im Jahr 2025 wurden nur noch 34,1 Millionen Tonnen Stahl produziert – so wenig wie seit der Finanzkrise 2009 nicht mehr. Billiger Stahl aus Asien, hohe Zölle aus den USA und eine schwache Wirtschaft machen der Branche zu schaffen. Auch deshalb plant die IG Metall für Freitag eine große Kundgebung in Berlin, bei der rund Tausend Beschäftigte aus etwa 30 Stahlunternehmen erwartet werden. Parallel gibt es eine Demonstration in Völklingen im Saarland.

Die Gewerkschaft macht sich vor allem Sorgen um den Klimaschutz. Die Bundesregierung will, dass die Stahlherstellung klimaneutral wird – also ohne große Mengen an CO2-Ausstoß. Dafür sollen neue Anlagen entstehen, die erst mit Erdgas und später mit Wasserstoff arbeiten. Das ist teuer und braucht viel Unterstützung. Jürgen Kerner von der IG Metall sagt, wenn die Regierung jetzt nachgebe, würden genau die Unternehmen bestraft, die den Wandel schon gewagt haben. Er nennt als Beispiele Salzgitter und Saarstahl, die schon viel investiert haben. Rund 20.000 Jobs bei den Vorreiterunternehmen stehen nach seinen Worten auf dem Spiel.