In Deutschland streiten Handel und Gewerkschaften darüber, ob Läden öfter sonntags aufmachen dürfen.
Seit Jahren gilt in Deutschland: Sonntags haben die meisten Geschäfte zu. Das steht im sogenannten Ladenschlussgesetz. Damit Beschäftigte einen festen freien Tag in der Woche haben, soll der Sonntag besonders geschützt bleiben. Wenn Läden doch mal sonntags öffnen, brauchen sie heute einen bestimmten Anlass, zum Beispiel ein Stadtfest.
Der Handelsverband Deutschland (HDE) und andere Verbände finden, dass diese Regel zu streng ist. Sie sagen: Innenstädte wirken leerer, wenn Läden immer nur unter der Woche aufhaben. Rolf Pangels vom Verband BTE findet, dass man den Anlassbezug abschaffen sollte. An schönen Standorten könnte er sich sogar zehn bis zwölf Sonntagsöffnungen pro Jahr vorstellen.
Die Gewerkschaft Verdi sieht das ganz anders. Silke Zimmer von Verdi sagt: Der Sonntag ist für viele Beschäftigte der einzige Tag, an dem sie sicher frei haben. Wenn Läden öfter sonntags aufmachen, bleibt weniger Zeit für Familie, Freunde oder ehrenamtliches Engagement. Außerdem befürchtet Verdi, dass vor allem große Ketten von längeren Öffnungszeiten profitieren und kleine Geschäfte dadurch verdrängt werden.
