Der Nationalrat hat eine wichtige Entscheidung über die Zukunft der Atomkraft in der Schweiz vertagt – und will vom Bundesrat zuerst klare Antworten zur Finanzierung.
In Bern wurde drei Tage lang heftig debattiert. Fast 100 Politikerinnen und Politiker haben im Nationalrat darüber geredet, ob die Schweiz den Bau neuer Atomkraftwerke (AKW) wieder erlauben soll. Am Ende hat das Parlament mit 100 zu 97 Stimmen entschieden: Erst soll der Bundesrat zeigen, wie neue Reaktoren bezahlt werden könnten, bevor weiterdiskutiert wird. Drei Stimmen machten den Unterschied.
Seit der Reaktorkatastrophe von Fukushima gilt in der Schweiz ein Neubauverbot für AKW. Nun will ein Teil des Parlaments dieses Verbot aufheben, weil im Winter zu wenig Strom vorhanden sein könnte. Die SVP und die FDP sagen: Neue Reaktoren würden die Versorgung sichern. Energieminister Albert Rösti unterstützt diese Linie und kann sich eine sogenannte Marktprämie vorstellen, also feste Preise, die der Bund den AKW-Betreibern zahlt, auch wenn der Strom am Markt günstiger wäre.
