Der Chef des Energiekonzerns EnBW fordert, die Ausbauziele für Windparks auf See zu überprüfen – weil alles viel teurer geworden ist.
In Deutschland sollen bis 2030 Windparks auf See mindestens 30 Gigawatt Strom liefern, so steht es im Gesetz. Bis 2045 sollen es sogar 70 Gigawatt sein. Aktuell sind es erst 10,2 Gigawatt, wie das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) im April mitgeteilt hat. EnBW-Chef Georg Stamatelopoulos sagt jetzt: Das ist zu viel für den Moment. Er schlägt vor, erst einmal 55 Gigawatt zu bauen und dann zu schauen, wie es weitergeht.
Sein Hauptargument sind die Kosten. Windturbinen, Logistik und Kabel seien teurer geworden. Im Vergleich zu vor fünf Jahren liege die Kostensteigerung bei 30 bis 40 Prozent, über 15 Jahre sogar bei mehr als 50 Prozent. Damit Strom für alle bezahlbar bleibe, müsse man das Tempo beim Ausbau anpassen, findet er.
EnBW ist einer der großen Betreiber von Offshore-Windparks in Deutschland. Aktuell laufen vier Parks: Baltic I, Baltic II, Hohe See und Albatros. Ein fünfter, He Dreiht, soll im Spätsommer 2026 fertig werden. Stamatelopoulos betont aber: Eine Korrektur der Ziele sei kein Aus für die Energiewende, sondern eine sinnvolle Anpassung. Schließlich sei die Energiewende ein Langzeitprojekt, bei dem Ziele von vor 20 Jahren nicht automatisch für heute gelten müssten.
