In Houston hat ein Mitarbeiter der US-Einwanderungsbehörde ICE einen mexikanischen Mann erschossen – Behörden sprechen von Notwehr, andere fordern Aufklärung.

Bei einer Kontrolle in Houston im US-Bundesstaat Texas ist am Dienstag ein mexikanischer Mann durch Schüsse eines ICE-Mitarbeiters getötet worden. Die Behörde sagt, der Mann habe ein Einsatzfahrzeug gerammt und versucht, einen Beamten mit seinem Wagen zu überfahren. Deshalb habe der Mitarbeiter in Notwehr geschossen. Der Mann wurde ins Krankenhaus gebracht, starb aber an seinen Verletzungen. Er hinterlässt seine Partnerin und zwei Söhne. Sein Sohn Ronaldo schrieb im Internet, sein Vater habe das nicht verdient. Er habe fast 35 Jahre in den USA gelebt und auf dem Bau gearbeitet, um die Familie zu versorgen.

Das Heimatschutzministerium und die Bundespolizei FBI haben Ermittlungen aufgenommen. Das FBI untersucht den Vorfall zugleich als möglichen Angriff auf einen Bundesbeamten. Eine Bürgerrechtsgruppe bezweifelt die offiziellen Angaben und fordert eine unabhängige Untersuchung. Mehrere Zeugen haben nach Angaben des Senders NBC Fotos und Videos gemacht, die bisher nicht veröffentlicht wurden. Der Fall erinnert an zwei frühere Vorfälle in Minneapolis, bei denen im Januar 2026 zwei US-Bürger durch Bundesbeamte erschossen wurden und Videoaufnahmen Zweifel an der Behördenversion weckten.