In Russland wurde ein Oppositionspolitiker zu sieben Jahren Haft verurteilt, weil er in sozialen Netzwerken über den Krieg geschrieben hat.

Was ist passiert? Der 39-jährige Kruglow gehört der Partei Jabloko an, die den Kreml kritisiert. Ein Gericht in Russland hat ihn jetzt zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt. Der Grund: Er hat im April 2022 in sozialen Netzwerken zwei Beiträge veröffentlicht. In einem Beitrag schrieb er über eine hohe Zahl getöteter ukrainischer Zivilisten, im anderen verurteilte er das Vorgehen der russischen Armee in der Stadt Butscha. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, damit Falschinformationen über die Armee verbreitet zu haben. Kruglow sagt, er habe nur Aufklärung gefordert und keine Lügen erzählt.

Wer hilft? In Russland gibt es unabhängige Medien wie das Portal Mediazona, das über das Verfahren berichtet hat. Auch internationale Organisationen wie Memorial setzen sich für Meinungsfreiheit ein und beobachten, wie die Justiz gegen Oppositionelle vorgeht. Jabloko selbst ist eine der ältesten Oppositionsparteien Russlands, auch wenn sie seit 2007 nicht mehr im Parlament sitzt. Viele Journalistinnen und Journalisten sowie Menschenrechtlerinnen und Menschenrechtler berichten weiter über solche Fälle, damit sie nicht in Vergessenheit geraten.